Oskar-Bider-Archiv

Ein virtuelles Archiv mit Dokumenten zum Leben des Flugpioniers Oskar Bider

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Aviatik: Berichte über Biders Todessturz 1919

Briefentwurf vom 7. Juli 1919 Jakob Spalingers - gerichtet an seine Eltern

Der Flugzeugmechaniker bei der Fliegerabteilung in Dübendorf und späterer Segelflugpionier, Ing. Jakob Spalinger (1898-1988), war ein objektiver, genau beobachtender, fachlich ausgewiesener Augenzeuge des Absturzes von Oblt. Oskar Marcus Bider (07.07.1919). Das Original seines Berichts - einen nicht abgeschickten Brief an seine Eltern - publizieren wir hier mit freundlicher Genehmigung von Beat Schück (Scan des Briefentwurf samt Nachtrag von 1966, vgl. S. 5). 

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Johannes Dettwiler legt zum selben Thema eine Gesamtbearbeitung aller ihm bis in die jüngste Zeit bekannt gewordener Archivdokumente zum Absturzgeschehen in Dübendorf vor. Darunter befinden sich - neben dem erwähnten privaten, flugtechnisch objektiv abgefassten Briefentwurf Spalingers - auch offizielle Korrespondenzen und Memoranden von Biders Vorgesetzten und Offizierskameraden. Unter Letzteren befanden sich Augenzeugen des Absturzgeschehens. Sie standen jedoch deutlich unter Nachwirkungen der gemeinsamen verbrachten Kameradenfeier in der Nacht zuvor.

Wichtig scheint daher, dass alle diese Kameraden-Memoranden mit Blick auf die lange Nacht des Festens als subjektiv, somit als wenig zuverlässig gelten müssen (zahlreiche «Schutzbehauptungen»).  


Weiter sind erst kürzlich zwei Interview-Entwürfe - verfasst um 1965 - von Gesprächen mit zwei ehemaligen Fliegerkameraden Biders, nämlich Alfred Comte (1895-1965) und Henri Pillichody (1893-1981), bekannt geworden (Autoren n.g.). Diese maschinengeschriebenen Texte liegen im Fotopress-Archiv von Keystone AG in Zürich. Sie sind dort erst kürzlich wieder entdeckt und zur Veröffentlichung freigegeben worden. 


Über Biders psychische Verfassung in den Wochen vor seinem Todessturz geben diese privaten Interview-Notizen eindrücklichere Erinnerungen wieder, als je in Presseerzeugnissen zuvor bekannt geworden sind (journalistisch «geschönte» Texte). Grund dieser bemerkenswerten Zurückhaltung in den Jahrzehnten nach 1919 war der sorgfältig gewahrte Schutz von Biders Ehre und Würde - ein Held der Pionieraviatik und Vorbild in der Fliegertruppe im Aktivdienst des 1. Weltkriegs.

Mit freundlicher Genehmigung von Fotopress-Archivar Alex Anderfuhren fliessen diese Notizen und Rohentwürfe für Presseartikel nun in diesen Bericht und die persönliche Gesamtbeurteilung von Dettwiler übers Absturzgeschehen mit ein. 


Ebenfalls zitiert und beurteilt werden im Übrigen alle zeitgenössichen Dokumente im Bundesarchiv in Bern, die dort zum tragischen Geschehen auf dem Flugfeld von Dübendorf am frühen Morgen des 7. Juli 1919 aufbewahrt werden.


Wesentlich ist nach Meinung des Verfassers das Folgende:

Aus heutiger Sicht mindert Biders selbstgewähltes Lebensende - offensichtlich in Hoffnungslosigkeit - in keiner Weise die Wertschätzung seiner beeindruckenden und mutigen pionieraviatischen Leistungen von 1913 und 1914. Dasselbe gilt für seine fliegerische Fachkompetenz als Cheffluglehrer der Fliegerabteilung in Dübendorf im Aktivdienst von 1914-1918/(1919). 


Gesamtbericht über den Absturz vom 7. Juli 1919:

Zum Todessturz von Oblt. Oskar Marcus Bider (1891–1919) in Dübendorf. PDF, 2.5 MB (compr.), Stand November 2017 (Autor: Johannes Dettwiler).


Überdies:

Unkommentierte Kopie des Originalberichts vom 17. September 1921 zum Todessturz Biders (07.07.1919). Erstellt durch Oberst Gottfried Immenhauser (1863-1963), eingereicht ans Eidg. Militärdepartement. ZVg aus Bundesarchiv Bern (BAR); Sign.-Nr.:  E27=1000/721=15737-1*, Band 6: Bericht Immenhauser. (PDF, 0.8 MB, Stand Nov. 2017).


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